Es ist wirklich interessant, von einem Autoren mehrere Bücher in chronologischer Reihenfolge zu lesen. In drei Wochen habe ich drei Bücher von Paul Auster gelesen: Die New York Trilogie (1985-87), Im Land der letzten Dinge (1987) und Mond über Manhattan (1989). Wie auch zu den anderen Büchern fällt es mir jetzt schwer, den Inhalt von Mond über Manhattan wiederzugeben. Nicht wegen der Komplexität, sondern weil ich befürchte, damit das Buch auf seine Handlung zu reduzieren. Diese Bücher schwingen im Gleichklang mit eigenen Erfahrungen, die ich nicht so ganz in Worte fassen kann. Paul Auster transportiert über seine geheimnisvollen und unauflösbaren Geschichten einen Aspekt von Leben und eine Faszination, die mich in den letzten Jahren wahnsinng beschäftigt. Und die womöglich auch nur Paul Auster in Geschichten packen kann. Ich dürste nach solchen Zeilen. Was für mich Mond über Manhattan so besonders macht, liegt jenseits seines zweidimensionalen Inhalts. Ich interpretiere da viel rein, aber eben das ist die Idee. Mond über Manhatten erzählt von drei großen Schicksalen und Lebenswegen, die auf wundersame Weise miteinander verknüpft sind. Es geht immer um die Sinnfrage, es geht um das Loslassen, die absolute Widmung bis hin zur Aufopferung, dem Festhalten und der Auflösung ins Nichts. Und überhaupt, der Tod. Das Sterben. Das Nicht-Mehr-Da-Sein. Schrecklich unverständlich und so geheimnisvoll. Größer als die Logik. Drei Bücher, die mich genau im richtigen Moment ereilt haben. Ohne Antworten, aber mit Bestätigung.

Detail am Rande: Auch dieses Buch ist quasi durch Raum und Zeit mit dem Vorgänger verknüpft, durch die Erwähnung von Anna Blume, die hier spurlos verschwunden ist.

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Nach der New York Trilogie hätte ich von Paul Auster keine Endzeitgeschichte erwartet. Aber 1979 – noch im selben Jahr wie das Ende seiner Trilogie – hat er eben eine solche geschrieben. Als Briefroman. Was mich wiederum an meine Abschlussprüfung in Literaturwissenschaft erinnerte - Die Leiden des jungen Werthers, Goethe. Um das jetzt auch einmal erwähnt zu haben. 1979. Das war bereits vier Jahre nach dem Ende des Vietnamkriegs, aber nur zwei Jahre nach Star Wars. Es ist bereits die Zeit von Popcorn und Merchandise. Die 80er Jahre stehen vor der Türe. Im Land der letzten Dinge zeigt eine gescheiterte Welt, die wohl irgendwann vor oder nach dem Popcorn einsetzte. Eine Version und Metapher von Endzeit, auf deren Ebene wir uns heute vielleicht mehr als noch im Jahre 1979 befinden. Es ist eine sprachlose Welt, in der Gegenstände aufgehört haben zu exisitieren, wir ihre Namen vergessen haben. Wir sind am Ende angekommen. Das Leben ist urban und von Überlebenskampf geprägt. Es gibt keine Gesellschaft mehr als solche, keine stabile Politik oder allgemeine Ethik. Wahnsinn, spirituelle Auswüchse aller Art und das Recht des Stärkeren herrschen auf den Straßen. Hat Paul Auster in der New York Trilogie noch über die Grobheit unserer Begriffe philosophiert – wird ein kaputter Regenschirm überhaupt noch dem Begriff “Regenschirm” gerecht – so löst sich Sprache nun komplett auf. In einem Krieg wird als erstes die Wahrheit geopfert. Im Land der letzten Dinge exisitert kein Bewusstsein mehr für ein Wort namens “Wahrheit”. Anna Blume, eine junge Frau, ist auf der Suche nach ihrem Bruder. Sie berichtet aus dem Land der letzten Dinge und schildert drei größere Geschichten, die sie auf der Suche durchlebt hat. Quasi drei Über-Lebensphasen und Metaphern zugleich: Die Überwindung der Eltern, Partnerschaft und Fortpflanzung, Sinnsuche und Auflösung. Der einzige Lichtblick ist das offene Ende. Aber ähnlich wie bei der geglückten Flucht am Ende eines Zombifilms. Es geht weiter, aber unter keinen Umständen wird irgendwas besser. Die Zombies gewinnen immer, früher oder später. Im Land er letzten Dinge ist so reichhaltig an desolater Grausigkeit, dass es schon wieder schön ist. Schön schrecklich. Noch nie hat ein Roman für mich einen Eindruck vermittelt, wie es sich anfühlen könnte, wenn wir alles verlieren würden. Wie unfassbar schlimm es wäre, ohne unsere Kultur und Würde. Die Not, der betäubende Dauerausnahmezustand. Das Gefühl ist angekommen. Danke. Großartig finde ich mehrerlei. Das Buch wird aktuell mit der unfassbar schönen Eva Green verfilmt. Im Buch findet Anna Blume den Personalausweis von Quinn, einem Privatdetektiv aus der New York Trilogie. Quinn schrieb übrigens seine Geschichte in ein rotes Notizbuch, Anna jetzt in ein blaues. Der Paul Auster Kosmos. Wie beende ich diese Zeilen über dieses Buch? Ich weiß es nicht. Irgendwas mit Dankbarkeit oder so. Vielleicht finde ich ein paar Antworten in Paul Austers drittem Buch. Wenn ich mit ihm wieder zurück nach Manhattan kehren werde.

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New York sollte immer mein Traum bleiben. Als ich das Buch begann, war mein Leben in Ordnung. Ich war gerade mit Jo Nesbø und seinem Feldermausmann beschäftigt gewesen, und suchte etwas neues. Die New York Trilogie schlummerte seit vielen Jahren in meinem Gedächtnis. Die Paul Auster Geschichte Stadt aus Glas hatte ich vor Jahren einmal als Graphic Novel gelesen. Ich hatte damals Semesterferien und hatte sie bei einer Zugfahrt zurück in die Heimat dabei. Smoke von Wayne Wang wiederum ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Das Drehbuch stammte von Wang und Auster. Ich liebe diesen Monolog am Ende, wenn leise Musik von Tom Waits aufdreht und die Kamera behutsam und beinahe zärtlich auf das Gesicht von Harvey Keitel zufährt. Vor zwei Jahren las ich Austers Musik des Zufalls. Ebenfalls in der Bahn, jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit. Ich arbeitete mit Jim Nashe und Jack Pozzi täglich an dieser gewaltigen Mauer, die Zeichen unserer gemeinsamen Gefangenschaft geworden war. Wann würde mir die Flucht gelingen? Allesamt großartige Geschichten. Alles war gut. Austers vielleicht größtes Meisterwerk, das erstes Buch bzw. seine erste Sammlung an Geschichten, die New York Trilogie, welche vor Jahren als “postmoderne Literatur” einschlug, sollte endlich mein Schicksal werden. Lange hatte ich mir dieses Buch aufgehoben. Ich hatte mich dem Buch aufgehoben. Es gibt für alles im Leben den richtigen Zeitpunkt. Manchmal hat man das immense Glück, und zwei Dinge kommen im richtigen Moment zusammen. Das ist selten. Manche Menschen erleben so etwas nie. Die Trilogie selbst enthält zwei umrahmende Romane und mittig eine Erzählung. Jede von ihnen beginnt als Detektivgeschichte und endet im Nichts. Wir folgen Hinweisen, erleben die Konstruktion einer verzweigten Handlung, nehmen Charaktere und Perspektiven auf, um uns letztendlich zu verlieren. Wir verlieren alles. Der Punkt höchster Stabilität entpuppt sich immer als eine Illusion. Wir lösen uns auf. Erkennen die Nichtigkeit unserer eigenen Identität, den Spuk unseres lebenslangen Irrtums, tauschen die Rollen, werden jemand anderes. Vom Akteur zum Getriebenen. Ausradiert. Am Ende tauchen Personen aus anderen Geschichten (anderen Wahrheiten), in neuen Körpern und Formen auf. Alles war scheinbar voneinander getrennt und ist doch miteinander verbunden. Wir wurden betrogen. Alles ist nichts. Nichts ist alles. Wohin führt uns die Reise beim Zuschlagen des Buches, nach dem Lesen der letzten Seite. Aber ich weiß, dass er in diesem Moment da draußen ist und dieses Blog kennt. Er beobachtet mich. Ich dachte sein Buch zu lesen und entblöße mich doch selbst. Vor dem unbekannten Nichts. Eine schwarze Wand vor mir, millionen unsichtbarer Augen starren mich an. Die Wahrheit liegt in einer Erkenntnis. Die Wahrheit offenbart sich durch Dekonstruktion. Red Room. Die Auflösung des Bestehenden und die Offenbarung des Zufalls. Wir befinden uns an dem Punkt, an dem wir uns entscheiden. Im Dunkeln wartet die Sprache Gottes. Wir müssen lernen zu schweigen. In Metal Gear Solid 2 lebt Peter Stillman. Sein Vater sprang von der Brücke. Peter Stilllman gibt es nicht. Ben ist nicht mein Sohn. Mein Name ist Quinn. Die Astronautenbar ist das Schiff der Götter. Wir leben in einem Strom von Wörtern. Sprechen mit uns selbst, durch Triaden an Glasfasern, die unseren virtuellen Körper bilden. Agieren durch das Internet. Wirken in Licht. Pixel. Dieses Blog wird eines Tages nicht mehr bestehen. Das ist die Wahrheit. Ich bin nicht die Person, die man im Podcast hört. Twitter ist ein Trugbild. Mein Name ist Quinn. Der Blogroll ist eine Sackgasse. Ich habe Jo Nesbø nie gelesen. Gleichgültig. Sie hat sich nicht gemeldet. New York sollte immer mein Traum bleiben.

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Weihnachten mit Harry Hole

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22. Dezember 2011

in Literatur

Bild: Jo Nesbø © Stian Andersen / www.jonesbo.com

Dies ist der dritte und letzte Blogbeitrag zu Jo Nesbø Der Fledermausmann (Teil 1, Teil 2)

Es wird Zeit.

Update 5: Kapitel 11-23, Seite 210-415 (22.12.2011)

Man darf es gar nicht laut aussprechen. Zwei Monate habe ich am Fledermausmann gelesen. Für die echten Krimileser vielleicht unbegreiflich. Denn eigentlich kann man das Buch mit Leichtigkeit an einem Wochenende durchlesen. Aber es war okay. Der Fledermausmann ist ein gutes Beispiel für einen Roman, das man weglegen kann ohne befürchten zu müssen, komplett den Faden zu verlieren und nie wieder hineinzufinden. Für mich war es in den letzten Wochen schwer, etwas freie Zeit zu finden. Desto mehr freue ich mich, dass es doch noch mit uns geklappt hat. Immerhin geht es hier um Harry Holes ersten Fall und das literarische Debut von Jo Nesbø. Ich bin durch. Mit der zweiten Hälfte. Mit dem ganzen Buch. Und das pünktlich vor Weihnachten. Helau!

Inhaltliche Details möchte ich nicht verraten. Und wenn dann nur beiläufig. Oder vielleicht doch. Also aufgepasst. Ich mag es ja grundsätzlich nicht, große Handlungen in Rezensionen mühselig zusammenzustauchen und wiederzugeben. Das ist so handwerklich. Und das kann ich nicht. Vielleicht missfallen mir auch einfach Rezensionen, die einem Klappentext gleichen und auf eine Schulnote enden. Das hier ist für Fortgeschrittene! Aber zur Sache. Fakt ist: Der Fledermausmann ist in seiner zweiten Hälfte deutlich besser. Das liegt an der zweiten Hälfte, aber hauptsächlich auch an der ersten. Da wurde ja nur palavert. Man erinnert sich. Die ganzen Befragungen und Belehrungen zu Australien, der Kolonialisierung und den Aborigines. Aber dann geht’s auf einmal ab. Jo Nesbø haut auf die Zwölf. Bis zur letzten Seite. Zack! Und Mord! Der schwule Clown Otto – tot. Klingt irgendwie lustig, geschieht aber komplett durch die Decke. Arme und Beine werden vom Rumpf getrennt. Uuaääh! Und noch einmal, Mord! Der heroinabhängige (oho!) Polizeikollege Andrew – tot. Baumelt. So mit Schlinge um den Hals, bei voller Selbstmord-Inszenierung. Nebenbei gerät ein weiteres Fräulein in die Fänge des Killers. Die Polizeit tappt noch immer oder wie immer im Dunkeln. Grund genug für Harry Hole wieder zum Alkohol zu greifen. Es musste ja so kommen. In der zweiten Hälfte des Buchs ist Harry quasi dauerbesoffen, verpasst seinen Flieger zurück nach Norwegen und beginnt ernsthaft… den Fall…. aufzuklären? Na, ich weiß auch nicht. Discopogo & Komasaufen. Besoffen ist Harry auch, als er seine neue und wirklich ernsthafte Flamme Birgitta erst mit einer Prostituierten betrügt und sie anschließend als Lockvogel für den Serienkiller einsetzt. Übrigens die spannendste Stelle im ganzen Buch.

Jo Nesbø hat ja mittlerweile acht Bücher mit Harry Hole als Ermittler geschrieben, von denen – und ich glaube das – einige ausgezeichnet sein sollen. In diesem ersten Band funktioniert alles nach einfachen Prinzipien: Alles was sich in der Handlung vorausahnen (oder befürchten) lässt, passiert mit hoher Wahrscheinlichkeit auch. Alles Unvorhergesehene, wirkt hingegen meistens abstruß. Oder ich bin zu intelligent. Hö. Gleich zu Beginn des Buches hatte ich dieses Gefühl: Jo Nesbø kennt die Formel. Er weiß, wie man einen Krimi schreibt. Damit meine ich das Mindesttalent des Autoren eine solide und genrekonforme Geschichte zu konstruieren. So beim Abendkurs gelernt. Nesbø hat also alle Zutaten und den Kochlöffel, und weiß wo die Herdplatten angehen. Beispielsweise kann er relevante Details unauffällig einführen um sie an anderer Stelle wieder aus dem Hut zu zaubern. Er schafft interessante Charaktere und baut richtige Konstellationen auf (die er später dekonstruieren kann, schmerzhaft). Jo Nesbø erzeugt das Gefühl, dass einem glauben lässt, dass das Krimischreiben im Grunde einfach ist. Ich könnte das auch. Aber ich ahne, es ist harte Arbeit. Nesbø lässt es leicht wirken. So bin ich sicher, dass dieses Debut – solide, wenn auch kein Meilenstein – das erste vielversprechende Übungsbecken für den späteren Freischwimmer und Spitzensportler Nesbø darstellt. Ha, was für ein Satz! In seinen späteren Büchern wird die hier noch sichtbare Konstruktion hinter echter Magie verschwinden! Da brauche ich die folgenden Romane gar nicht erst lesen. Auch wenn es bei meinem Tempo seine Zeit brauchen wird, ich werde es trotzdem tun. Ein Dank an Lizzz.

Und zum Schluss noch eine Anmerkung zur deutschen Übersetzung. Mir sticht sowas sofort ins Auge. Bin ich kleinlich? Textstelle stammt aus Kapitel 16, fast zu Beginn heißt es da:

Über Freunde hatte Harry erfahren, dass sie eine zweijährige Tochter hatte, ihren Engländer aber in London gelassen hatte. Und eines Abends hatte er sie dann im Sardine’s getroffen. Als er sich ihr genähert hatte, konnte er sehen, wie verändert sie war.

Frohe Weihnachten.

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Bild: © Bethesda Game Studios / Bethesda Softworks

 

Irgendwann war ich in diesem Kloster hoch oben auf dem Eisgipfel angekommen. Einem der höchsten Punkte der Spielwelt. Atemberaubende Weitsicht. Seltsame Mönche, einsame Eremiten der Schneewelt. Stumm und keusch, ein wenig wie tibetanische Mönche. Nur nicht so fröhlich und farbenfroh, sondern eher grimmig und grau. An diesem Höhepunkt endete die erste Spielwut von Skyrim. Ich hatte mich in einer Spielwelt verloren. Die Spielwelt wurde zum Rausch. Städte und Landstriche hatte ich auf meinem Pferd besucht und durchstriffen. Für einen Moment dachte ich, die komplette Übersicht über die Welt von Skyrim zu besitzen. Oder zumindest ein Gefühl von Übersicht. Letztendlich spielte sich vieles in Intervallen ab. Stadtbesuche, Aufträge und ab unter die Erde – in dunkle Löcher und Ruinen. Es war die eine Begebenheit, die mir ein wenig von der Hilflosigkeit gegenüber der wahnsinnigen Größe dieses Spiels zurückbrachte. Ich wurde entführt. Von der dunklen Bruderschaft. In diese Hütte im Irgendwo verschleppt. Und als ich aus der Hütte trat, stand ich im Nichts. Alleine, ohne Pferd. Ich musste wieder laufen, zu Fuß. Und neben all der Reiterei, oder noch schlimmer, der Automatischen Schnellreise-Funktion, wurde mir bewusst, dass Skyrim am besten langsam gespielt wird. Es ist ein Spiel für Entdecker und Genießer. Für Müßiggänger und Träumer. Ob man die Geduld und Zeit hat, für ein Spiel auf diesem Wege mehr als das zigfache an Aufwand aufzubringen, mag eine andere Frage sein. Beeilt man sich mit Skyrim, dann macht es eventuell keinen Spaß. Es ist fast so, wie mit einer wahnsinnig hübschen Frau. Aber lassen wir das.

Um ehrlich zu sein, die Hauptstory ist bislang vorhersehbar und fad. Ich bin, wie soll es auch anders sein, der Auserwählte. Mal wieder! Derjenige mit dem Drachenblut, der laut Prophezeiung… ach. Skyrim, du bist so pure Genre-Standardkost. Ich habe das Gefühl, genau diese Story schon tausendfach gespielt zu haben. Erst neulich in Dragon Age. Da war ich doch auch irgendwas mit Drachenzeugs. Es ist echt schlimm. Es ist fast so, als wäre da diese wahnsinnig hübsche Frau. Und du unterhältst sich mit ihr, und sie… Aber lassen wir das. Zu gerne wäre ich einmal der Verräter in so einer Story! Der kurz vor dem Finale den eigentlichen Helden hintergeht. Ihm von hinten ein Messer in den Rücken rammt und dadurch für immer den Aufzug des Bösen besiegelt. So voll Judas-mäßig. Im Nachfolgespiel würde man dann Buße tun, bitterste Einsicht finden und ach irgendwas! Boah, ich habe die Nase voll von Null-Acht-Fünfzehn. Wie oft soll man das noch spielen? Ist Fantasy im Videospielbereich nicht schon viel weiter? Aber: Es sind die kleinen Dinge. Die vielen Details und Miniquests in Skyrim, die immer für Überraschungen sorgen. Freiwillig und unfreiwillig. Ganz schlimm war auch diese eine Quest mit dem Waisenkind, das seine tote Mutter in einem Ritual benutzte um einen Assassinen zu rufen. Da bin ich reingestolpert! Und habe doch glatt den Auftrag aufgenommen, für den Jungen die böse Frau vom Waisenhaus zu liquidieren. Ich wollte erst nicht, aber dann… Naja, jedenfalls war dann der Auftrag ausgeführt. Und überall hat man davon geredet. Es hat sich herumgesprochen! Wohin ich ging, dieser gemeine kleine Mord war Stadtgespräch und ich war ein wenig bemüht darum, mir nichts anmerken zu lassen. Mhm! Man muss dazu sagen, dass Kinder so ziemlich die schlimmsten Wesen in Skyrim sind. Ehrlich! Wohin man geht und auf einen “Halbling” trifft, immer sprechen sie gemeine und unfreundliche Dinge aus. Das erste Kind hat mich zu Beginn des Spiels gleich bedroht. Na, Neuling! Bald mach ich dich fertig!

Skyrim ist eine absolut interessante Kunstwelt. Irgendwie bin ich momentan sehr hin- und hergerissen. Auskosten und schwelgen, oder zügig durchspielen. Wird die Hauptstory in irgendeiner Weise noch für Überraschungen sorgen? Für mich ist sie bislang nicht das Highlight des Spiels. Das sind eher die Ausmaße der Spielwelt und die ganzen zufälligen Dinge, die in ihr passieren. Komischerweise denke ich in Skyrim hin und wieder auch an World of Warcraft, in dem Sinne, dass ich mich freuen würde, wenn da plötzlich andere Spieler wären. Um gemeinsam einen Dungeon zu besuchen. Und ein wenig durch die Gegend zu hüpfen. Hingegen hat man in Skyrim seine Ruhe. Ist ja auch was. So eine einsame Welt. Es ist fast so, als wäre man mit einer wahnsinnig hübschen Frau auf einer Berghütte eingeschneit. Die Gespräche sind zwar meistens langweilig, aber… Nein, lassen wir das.

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Waarrrg – Ich habe Karten! Das war jetzt auch wieder so eine Spontangeschichte. Vor einigen Tagen habe ich ein wenig im Konzert- und Veranstaltungsprogramm 2012 gestöbert. Was halt so kommt und passiert. Dabei sind mir zwei Deutschlandtermine der WWE (‘World Wrestling Entertainment’) ins Auge gesprungen. Ich glaube, seit meiner Zeit als 5. Klässer verfolgen oder begleiten mich diese cartoon’esken Muskelmänner mit ihren Showkämpfen. Damals in den 5 Minuten Pausen war ich der Ultimate Warrior. Volles Rohr. Knallbunt. Action, Schweiß und Rotz. Obwohl ich Wrestling noch nie im Fernsehen gesehen habe und nur von Bildern aus der Bravo kannte. Aber so hat bereits das Visuelle und die Imagination für Begeisterung gesorgt. Während meiner Jugend gefiel mir dann immer Shawn Michaels, der Heartbreak-Kid. Etwas Narzissmus hier, etwas Metrosexualität dort. Und Frauen ohne Ende. Irgendwie hat das in meine Pubertät gepasst. Ich hatte ein total verdrehtes Weltbild. Vor 1-2 Jahren habe ich übrigens Shawn Michaels letzten Kampf gesehen. Mittlerweile hat der einstige Blondschopf eine Fast-Glatze und einen üblen Augenfehler, der ihn schielen lässt. Sieht irgendwie ganz komisch aus. Er war sichtlich alt geworden. Wie ich. Aber ich war traurig, dass er seinen letzten Kampf hatte, sich mit Tränen bei den Fans bedankte und einsam die Halle verließ. Wir waren gemeinsam alt geworden. Ich wusste immer, irgendwo auf der anderen Seite des Globus ist Shawn Michaels. Er kämpft jede Nacht und Tausende jubeln ihm zu.

Seit wenigen Jahren schaue ich dank dem Internet immer mal ein wenig rein. Ins Wrestling. Aber selten kontinuierlich sämtliche Wochenshows. Na gut, so phasenweise. Mit dem aktuellen Wrestlingspiel WWE ’12 habe ich mich zutiefst angefreundet. Und jetzt eben der große Schlamassel im April 2012, wenn ich nach Stuttgart fahre um mir für einen Abend das ganze Programm einmal live anzuschauen. Irgendwie bin ich perplex über den spontanen Kartenkauf. Aber ich musste schnell handeln. Denn sonst wäre die beste Kategorie an Sitzplätzen ausverkauft gewesen. Und wenn schon, denn schon. Nun bin ich unheimlich gespannt, wie es werden wird. Was für Leute dort auftauchen, wie die Stimmung bei einem Wrestlingevent ausfällt. Leider sind meine Helden allesamt im Ruhestand und die aktuellen Wrestler sind im Durchschnitt gleich alt oder jünger als ich. Aber hey, who cares. Mit CM Punk dürfte in Deutschland auch ein Wrestler auflaufen, mit dessen Gimmick und Showcharakter ich mich etwas identifizieren kann. Freche Sprüche klopfen und große Klappe haben. Gegen den Chef, das System und die ganzen angepassten Langeweiler. Passt jetzt irgendwie auch wieder in mein Leben. So vom verdrehten Weltbild her.

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Gegen Langeweile und Verdruss hilft nur eines: Täglich gutes Filmsehen. 1 Tag, 1 Film. Die ultimativen TV-Tipps der Astronautenbar.

Samstag 26.11.2011

Der unsichtbar Dritte USA 1959 Regie: Alfred Hitchcock SF 1 0 Uhr

Sonntag 27.11.2011

Der Leopard Italien / Frankreich 1962 Regie: Luchino Visconti arte 20.15 Uhr

Montag 28.11.2011

Il Divo – Der Göttliche Italien / Frankreich 2008 Regie: Paolo Sorrentino arte 20.15 Uhr

Dienstag 29.11.2011

Wag the Dog USA 1997 Regie: Barry Levinson zdf_neo 20.15 Uhr

Mittwoch 30.11.2011

Almost Famous USA 2000 Regie: Cameron Crowe sixx 20.15 Uhr

Donnerstag 01.12.2011

Bin-Jip – Der Schattenmann Südkorea / Japan 2004 Regie: Kim Ki-duk 3sat 22.25 Uhr

Freitag 02.12.2011

Lost Highway USA 1996 Regie: David Lynch 3sat 22.25 Uhr

Samstag 03.12.2011

Papillon USA 1973 Regie: Franklin J. Schaffner rbb Fernsehen 23.15 Uhr

Sonntag 04.12.2011

High Fidelity USA 2000 Regie: Stephen Frears arte 20.15 Uhr

Montag 05.12.2011

Public Enemies USA 2009 Regie: Michael Mann ZDF 22.15 Uhr

Dienstag 06.12.2011

Good Fellas USA 1989 Regie: Martin Scorsese zdf_neo 22 Uhr

Mittwoch 07.12.2011

Das Schweigen der Lämmer USA 1990 Regie: Jonathan Demme kabeleins 22.25 Uhr

Donnerstag 08.12.2011

Babel USA / Mexiko 2006 Regie: Alejandro González Iñárritu 3sat 22 Uhr

Freitag 09.12.2011

Der Geschmack von Schnee – Snow Cake Großbritannien / Kanada 2006 Regie: Marc Evans 3sat 22.25 Uhr

Der ultimative Film in 14 Tagen: Wag the Dog

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Requiescat in pace

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20. November 2011

in Games, Gastbeitrag

Bild: © Ubisoft Montreal / Ubisoft

 

Ein Gastbeitrag in der Astronautenbar von Don Pozuelo (Going To The Movies)

Ich bin ein Assassine der ersten Stunde. Ich kämpfe den Kampf gegen die bösen Templer und ihre miesen Machenschaften von Anfang an. Aber eigentlich bin ich auch nur eine Marionette. Wessen Marionette weiß ich nur leider nicht. Was wollen die Templer und was ist meine Aufgabe in diesem Krieg, der sich schon seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden hinzieht?

Zuerst war mein Name Altair, dann Ezio Auditore und dann… Desmond, ein junger Niemand, der sich nur dank des Animus an seine früheren Leben als Altair und Ezio erinnern konnte. Der sich erinnern musste, um zu überleben, denn ohne es zu wissen, ist er der wichtigste Spieler in diesem Spiel.

Jetzt hat dieses Spiel mit „Revelations“ seinen bereits vierten Ableger gefunden, aber lohnt es sich überhaupt noch in die Robe des Assassinen zu schlüpfen? Auf diese Frage gibt es zwei Antworten: Ja und Nein.

Das „Ja“ spricht natürlich für alle Assassinen-Fans, schließlich bildet „Revelations“ so etwas wie den Abschluss der Ezio-Saga. Nach den Abenteuern in Italien und Rom reist ein nun stark gealterter, aber dadurch keineswegs langsam gewordener Assassine in die Metropole Konstantinopel und in die Assassinen-Hochburg Masyaf, um Altairs Bibliothek zu finden. Wie immer sind ihm die Templer zuvorgekommen, und nun muss Ezio die fünf Schlüssel zur Bibliothek in Konstantinopel finden. In gewohnter Meuchelmörder-Manier klettert wir über Dächer, schleichen uns an unsere Opfer heran und töten sie, um ihnen ihre letzten Geheimnisse zu stehlen.

Das „Nein“ zu diesem vierten Teil plagt mich selbst als Fan der Serie: Es gibt wahrlich nichts Neues im Animus. Soll heißen: Es gibt wirklich keine sonderlich nennenswerten Neuerungen, der Spielablauf ist der gleiche wie bei allen anderen Spielen auch. Die Tatsache, dass man nebenbei auch ein wenig Altair wieder spielen darf, ist zwar nett, hilft aber auch nicht viel weiter.

Aber fangen wir von vorne an!

Und zwar mit Ezio! Die wichtigsten Neuerungen sind eine Hakenklinge und die Möglichkeit, sich verschiedenste Bomben selber zu basteln. Die Klinge hilft bei der Fortbewegung durch die Luft via gespannten Seilen, die Bomben dienen zum Töten, Ablenken oder Tarnen. Mit diesen Neuerungen war’s das dann aber auch schon. Alles andere ist wirklich wie schon in den Vorgängern auch. Kampfsystem gleich, Gegner gleich, alles gleich. Das Kampfsystem langweilt mittlerweile sehr und die Gegner werden unberechenbarer. Manchmal entdecken sie dich, obwohl du noch nicht einmal um die Ecke gegangen bist und stürmen auf die zu; dann wieder vergessen sich dich, wenn du nur zwei Straßen weiter läufst. Aber eigentlich ist es auch egal, ob du dich nun versteckst oder nicht: Ganz gleich, wie viele Gegner auch kommen, sie sind wie bisher. Es kommt immer brav einer nach dem anderen – folglich braucht man nur die Kontern-Taste drücken und nimmst es so mühelos mit einer ganzen Armee auf. Und wie gesagt, wegrennen ist auch okay, denn die Burschen verlieren schnell das Interesse.

Es gibt also keine wirklichen Herausforderungen für Ezio. Die Suche nach den Schlüsseln sind wie in Teil 2 und Brotherhood mit kurzen Hindernisläufen und kleineren Rätseln verbunden, aber auch das ist schon ein alter Hut. Aber wenigstens erhalten wir mit jedem Schlüssel, den wir erlangen, Zugang zu Altairs Erinnerungen.

Mit Altair erleben wir dann, wie es mit unserem ersten Assassinen nach den Ereignissen von Teil 1 weiterging. Vor allem für diejenigen, die den ersten Teil gespielt haben, macht das schon Laune (für alle anderen bietet „Revelations“ kostenlos den ersten Teil gleich mit ;) ). Allerdings sind die Altair-Level von sehr kurzer Dauer und dazu noch sehr gradlinig.

„Assassin’s Creed: Revelations“ bietet somit zumindest die Zusammenkunft von Ezio und Altair, löst ein paar ungeklärte Fragen der vergangenen Titel auf und hinterlässt uns dank fiesem Cliffhanger sprachlos zurück.

Aber lohnt sich das Warten auf einen neuen Assassinen? Wer wird es nach Altair und Ezio sein? Natürlich werde ich als Fan der Reihe gespannt darauf warten, gleichzeitig kann man nur hoffen, dass sich Ubisoft für den nächsten Assassinen sehr viel mehr Mühe geben wird. In Punkto Leveldesign natürlich nicht, Konstantinopel sieht genauso atemberaubend aus wie vorher schon Jerusalem, Venedig oder Rom. Aber alles andere muss grundlegend überholt werden: Kampfsystem, Gegner und Spielablauf.

Man kann wirklich nur hoffen, dass mit dem nächsten Teil eine neue Ära von Assassinen entsteht – eine Ära, in der es wieder Spaß macht, über die Dächer zu steigen und sich heimlich von hinten an seine Opfer zu schleichen.

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