Bild: © Wilder Süden Filmverleih / Central Film
Was haben dieser Indianer, ein Erdklumpen und Oberschwaben gemeinsam? Einen Dokumentarfilm.
Und dieser erzählt vom jährlichen Bluttritt, einer Reiterprozession in Weingarten mit Tausenden von Teilnehmern. Longinus, dem Legionär mit der Lanze am Kreuze Jesu, sollen damals durch den Stich in Christis Seite die Augen geöffnet worden sein. Christis Blut tropfte auf die Erde, Longinus nahm das Stückchen Golgatha an sich, wurde Bischof und über Umwege gelang die Blutreliquie 900 Jahre später nach Weingarten. Ins Schwabenländle. Soweit die Legende. Und soweit berichtet auch die Doku, die darüber hinaus ein recht interessantes Portrait einzelner Schwaben präsentiert. Das reicht von harmlos über herzlich, bis hin zu irre oder ziemlich abstoßend (siehe: “Deutsche Frauen haben zu hohe Ansprüche”). Richtig deftig ist manchmal auch die Machart der Doku: Nach der legendenhaften Ausführung um das Blut Christis folgt ein Schnitt. Hinein in die schwäbische Metzgerei, hier blutet gerade ein zuckendes Schwein aus. Eine Bilderbuchmontage für das nächste Filmseminar. Und ein allgemeiner Tipp für Interessierte des (kritischen) Heimatfilms.
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