Bild: © AB Svensk Filmindustri
Dieser Film ist so ausgezeichnet, dass man ihm vermutlich in wenigen Sätzen nicht gerecht werden kann. Und wahrscheinlich muss man ihn auch mehrere Male sehen, um das Gefühl beschreiben zu können, welches der Film transportiert. Die Geschichte erzählt vom gealterten Medizinprofessors Isak Borg (Victor Sjöström), der zu Beginn vom eigenen Tod träumt. Und das unheimlich surreal, irritierend und symbolträchtig. Eine grandiose Szene. Für die Ehrung zum Promotionsjubiläum begibt sich Borg am Folgetag, zusammen mit seiner wirklich hübschen Schwiegertochter Marianne (Ingrid Thulin) auf eine Autofahrt von Stockholm nach Lund. Wilde Erdbeeren ist ein echter Roadmovie. Die äußere Reise wird dabei für Borg zur inneren, verfällt er doch regelmäßig in (Kindheits-) Träume. Obwohl einem der Professor durch seine Sanftmut generell sympathisch ist, zeichnet sich im Laufe der Geschichte um ihn herum ein anderes Bild, welches ihn als egoistischen und gefühlskalten Mensch darstellt. Schrecklich fortgesetzt übrigens in seinem Sohn Evald, Gegenpart zur lebensbejahenden Marianne, der ein regelrechter Misanthrop mit Todessehnsucht ist. In seinen Kindheitsträumen arbeitet Borg nun regelrecht sein Leben auf, dabei wechseln immer wieder Figuren aus der Traumwelt ins Reale und andersrum. Ein spannendes Element, welches David Lynch später in seinen Filmen ebenfalls einsetzte. Und der Vergleich mit Lynch ist vielleicht generell nicht so falsch, betrachtet man einmal die Träume, die mehr wie Rätsel anmuten. Wilde Erdbeeren hat übrigens wirklich schöne und ungeheuer kontrastreiche Schwarzweißbilder, die einem manchmal nahezu weggerissen werden. So gerne möchte man in ihnen verweilen. Wegen seiner speziellen Kost ist der Film von1957 vielleicht nicht für jeden etwas, aber wer Wilde Erdbeeren eine Chance gibt, wird definitiv nicht enttäuscht sein.
Good-bye, father Isak. Can’t you see you’re the one I love? Today, tomorrow and forever
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über diesen film hab ich auf der uni mal was gehört bzw einen kurzen ausschnitt gesehen. wenn er mir mal irgendwo in die finger kommt werde ich ihn mir ansehen.
Hört sich sehr interessant an!
Ja, wie kommt man wohl an diesen Film ran?
In Videotheken ginbt es ja immer nur Aktuelles und Mainstream.
Ich hab da gestern nach Inland Empire gefragt, selbst den hatten sie nicht mehr. Zu alt, meinte der Typ. Ahhhh! Die haben ja sowas von keine Ahnung.
Es geht nur noch ums Geldmachen, keine Kultur mehr! Argh!
Ich schlag Alarm, stolper ich mal über eine TV-Ausstrahlung.
Wow, da hast du mich jetzt wirklich Neugierig gemacht. Hört sich gut an, gerade als Lynch Fan
Ich zähl auf Dich!:)
Komm vom Wordpress.com Forum hierher, wegen dem Musikwidget… Guckst Du hier: http://www.myflashfetish.com/ Coole Player, unendlich viele Musikstücke zum einbauen, und das Widget funktioniert bei mir auch! Keine Ahnung wieso, obwohls doch Flash ist… aber es funzt!
Barbara
Schöne Kritik, macht neugierig. Vielleicht habe ich ja mal Glück und entdecke ihn in den 3. Sonst muss ich wohl warten bis ich mal einen funktionstüchtigen DVD-Player habe.
…und hoffentlich Bericht erstatten. Würde mich freuen.
Inland Empire lief bei uns auch nur ganz kurz in einem kommunalen Kino, der ist auch wirklich alles andere als Mainstream. Beide Filme bekommt man recht günstig bei Amazon. Der Wilde Erdbeeren ist auch in der Cinemathek-Reihe der Süddeutschen Zeitung erschienen, die in vielen Läden erhältlich ist.
Ja, Videothek…
Ich musste einfach die Lynch-Karte zücken!!
Hallo Barbara, danke für den Tipp! Mir geht es ausschließlich um das Widget bei Jamendo – das ist eine Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons veröffentlicht wird. Mehr als 23.000 Alben derzeit. Aber vielleicht kann ich Myflashfetish auch mal gebrauchen, vielen dank!
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