Prekär Pubertär: Terry Zwigoffs Ghost World

4. September 2009

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Bild: © United Artists

Ghost World (2001) ist keine Teeniekomödie, sondern ein komödiantischer Film über Adoleszenz. Enid (Thora Birch) und Rebecca (Scarlett Johanson) sind beste Freundinnen, haben gerade ihren Schulabschluss absolviert und starten gemeinsam in die Sommerferien. Der Plan: Eine gemeinsame Wohnung und die Abkehr vom spießbürgerlichen Kleinstadtleben. Wegen einer schlechten Kunstnote muss Enid, die im Grunde talentiert ist und ein wunderbares Comictagebuch führt, die Ferien über einen Förderkurs in Kunst besuchen, während Rebecca bereits ihr erstes Geld verdient. Zur reinen Selbstbelustigung kontaktieren sie eines Tages verdeckt über eine Er-sucht-Sie Kleinanzeige Seymour (Steve Buscemi), einen älteren und nerdigen Schallplatten- und Raritätensammler. Sie bestellen ihn in ein Café, beobachten ihn amüsiert und verfolgen ihn anschließend heimlich bis zu seinem Haus. Aus Spaß wird Interesse. Für Enid, die sich auf jugendlicher Identitätssuche befindet und nur bestimmen kann, was sie eigentlich nicht sein will, stellt Seymour trotz oder wegen seines sozialen Rückzugs, ein Ideal dar. Seymour und Enid lernen sich schließlich kennen, werden Freunde und erfahren trotz ihres Altersunterschieds eine Art von sexueller Anziehung. Die wenig begeisterte Rebecca distanziert sich dabei immer weiter von Enid und beginnt ihr eigenes Leben. Der Höhepunkt des Konflikts ist letztendlich erreicht, wenn sich auf Seymours Kleinanzeige die ursprünglich gesuchte Frau doch meldet und es sich zwischen diesen beiden anbändelt. Schön verstrickt eben. Der Film zeigt in der Figur Enids dabei wunderbar die Wirrungen und undefinierbaren Gefühlswelten einer Jugendlichen, auf der Schwelle zum Erwachsenwerden, gefangen in der Geisterwelt, dem Gefühl mitten im Leben zu stehen und doch von allem verlassen. Themen wie Jugend und Erwachsenwerden behandelt Ghost World unheimlich feinfühlig mit viel Gespür, was nicht zwangsläufig jedem Coming-of-Age Film gelingt. Die ausgezeichnete Comicvorlage zum Film spielt dabei natürlich eine wesentliche Rolle. Ebenso herrlich ist auch die filmbegleitende Satire auf die Pop-Kultur allgemein, welche der Film als reinen Verkleidungszirkus entlarvt. Und dass der Film mit dem Trio Birch, Johanson und Buscemi großartig besetzt ist, braucht man wohl nicht zu erwähnen. Smells like teen spirit.

Rebecca: This is so bad it’s almost good.
Enid: This is so bad it’s gone past good and back to bad again.

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Spanksen September 4, 2009 um 13:55

Na, das ich doch mal ein Tipp fürs verregnete Wochenende, mal schauen ob unsere Videothek den noch hat

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elbenno September 4, 2009 um 13:58

Falls ja, es gibt in Ghost World auch eine grandiose Szene in der Videothek !! ;-)

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abraxandria September 4, 2009 um 15:22

Scarlett Johanson? Ist die nicht shön ein bißchen älter? ;)
Nun, ich kann Teenagerkomödien nicht mehr ertragen. Bin da wohl zu alt geworden.
Bin ja schließlich froh, dieses ganze Chaos selbst überstanden zu haben!
Dieser Film hört sich aber dennoch gut an! :)
Ich werd auch mal in der Videothek meine AUgen offen halten…

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elbenno September 4, 2009 um 18:23

Bei Ghost World war Scarlett Johanson noch 15 Jahre jung. Und der Regisseur hat ihr damals eine rosige Zukunft in Hollywood prognostiziert. Der Film ist trotz Thema weniger für Teenies, sondern für Leute, die sich irgendwie nie so richtig erwachsen fühlen. Auch wenn sie aus dem Gröbsten raus sind. ;-)

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abraxandria September 4, 2009 um 20:06

Erwischt! Aber volle Kanne!
Fühle mich irgendwie nicht so richtig erwachsen. Ach, zu erwachsen ist auch langweilig.

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elbenno September 5, 2009 um 11:20

Man sieht es an deinem Avatar! ;-)

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stiller September 5, 2009 um 18:32

Mein so ziemlich absoluter Lieblingsfilm!

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