Multikulti Specktakel: Salami Aleikum

9. September 2009

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Der junge Mohsen (Navíd Akhavan) ist ein sanfter Typ. Bei elterlichen Konflikten im iranischen Elternhaus greift er zum Strickzeug und spinnt am autobiografischen Lebensschal. Oder er verwandelt die Welt um ihn herum in eine Bollywood Tanzperformance, in der sich alle Menschen lieben und glücklich sind. Als Vater Taheri (Michael Niavarani) eines Tages erkrankt, bricht die Realität über ihn herein. Mohsen muss die Fleischerei des Vaters übernehmen, was für ein ziemliches Unbehagen sorgt, kann er doch keinem Tier etwas zuleide tun. Der Patriarch im Krankenbett möchte seinen Sohn für dessen Unfähigkeit beinahe erwürgen, um sich dem Vater doch noch zu beweisen, geht Mohsen einen zwielichtigen Deal ein: Polnische Schafe, die nach Abholung für ihn in Köln geschlachtet werden. Klingt unheimlich faul, ist es auch. Mohsen macht sich mit dem Firmenwagen auf nach Polen, strandet jedoch mit Autoschaden in einer ostdeutschen Kleinstadt, in der die Ureinwohner nicht unbedingt gut auf iranische Besucher zu sprechen sind. Trotzdem lernt Mohsen die hilfsbereite KFZ-Mechanikerin Ana (Anna Böger) kennen, die zwar zwei Köpfe größer ist, ihn aber nicht daran hindert, sich augenblicklich in sie zu verlieben. Durch eine Notlüge Mohsens glauben Anas Eltern dann auch noch, Mohsen wäre der Sohn eines iranischen Großinvestors, der gekommen sei, um die brachliegende Textilfabrik – der große Stolz aus alten DDR Tagen – wieder auf Hochtouren zu bringen. Mohsen wird auf Händen getragen, bis eines Tages die iranischen Eltern eintrudeln. Salami Aleikum ist eine gelungene Multikulti Komödie, die den Holzhammer stecken lässt, und der es glücklicherweise nicht genügt, die üblichen Klischees allzu sehr herunterzuspulen. Ali Samadi Ahadis Film geht vor allem erfrischend und unkompliziert mit dem Thema der Völkerverständigung um. Der Film hat urkomische Momente, durchweg einen feinen Humor und entblößt Macken aller Beteiligten gleichermaßen. Kleine Animationssequenzen und flotte Gesangs- und Tanzeinlagen runden den Film ab. Und wenn die beiden Väter aus dem Iran und aus Ostdeutschland schließlich gemeinsam in Nostalgie schwelgen, dann kommt auch ein wenig Wehmut auf. Beide sind auf ihre Art und Weise heimatlos und auf der Suche nach Identität. Der Film löst seine thematischen Konflikte und tieferen Fragen schließlich in einer neuen Sinnstiftung auf. Das ist okay, wenn auch etwas idealistisch. Sei es drum: Ana und Mohsen machen unheimlich viel Spaß und sind sowieso das Filmpaar des Jahres.

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Spanksen September 9, 2009 um 09:18

Salami Aleikum! Mmh, also vom Titel her hätte mich der Film wohl die Bohne nicht interessiert, klingt sehr klischeehaft (vielleicht sehe ich das als Türke auch etwas zu streng ;-) Heißt der im Original anders? Story und Trailer sind auf alle Fälle lustig. Ich gebe dem Film mal ne Chance wenn der mir über den Weg läuft ;-)

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elbenno September 9, 2009 um 20:24

Salami Aleikum ist der Originaltitel. Mich hat er um ehrlich zu sein auch nicht interessiert, bin spontan ins Kino rein und habe Tarantino & Co. links liegen lassen. Als Deutschtürke wirst du im Film bestimmt etwas entdecken. Easy Sommerfilm, muss man nicht gesehen haben, aber was muss man schon im Leben. ;-)

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Spanksen September 10, 2009 um 08:52

Tarantino solltest du allerdings noch unbedingt nachholen ;-)

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elbenno September 10, 2009 um 12:06

Den Tarantino verliert man wenigstens nicht aus dem Auge. Wobei ich so viel darüber gelesen habe, dass es mir vorkommt, als hätte ich ihn schon gesehen.

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Celina September 11, 2009 um 20:58

Den Film habe ich in der Sneak Preview gesehen und fand ihn ziemlich öde. Ich fand es gab weder Spannung noch wirklich Witz oder sonst etwas. War ganz und gar nicht mein Ding. Und die Hälfte der Leute im Kino sind gegangen, denen ging es wohl wie mir^^

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elbenno September 13, 2009 um 19:49

Puuuh, also der Film ist sicherlich kein Meilenstein. Aber trotzdem eine simple und solide Komödie, die durchweg gute Kritiken eingefahren hat. Warum die Leute bei der Sneak den Saal verlassen mussten, ist mir eigentlich ein Rätsel. Vielleicht haben sie mit einem richtigen Hollywood Blockbuster gerechnet? Weil das ist er sicherlich nicht.

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