Takeshi Kitano ist so etwas wie ein Allround Künstler. Er ist Maler, Dichter, Schauspieler, Regisseur, Autor und Moderator. Vor allem als Comedian ist Kitano in Japan äußerst populär, seine schräge Gamesshow Takeshi’s Castle war ein internationaler Erfolg. Und weil ihn die Japaner gerade aus seiner Radiozeit noch so lustig finden, pflegt Kitano in seinen Filmen kaum bis gar nicht zu sprechen. Sobald die Zuschauer seine Stimme hörten, würden sie ganz einfach lachen. Egal ob es ein lustiger oder ernster Film sei. In Kitanos Filmen geht es immer um große Gefühle, Kikujiros Sommer von 1999 ist vielleicht der lustigste Vertreter seines Filmschaffens, bietet jedoch auch ein gutes Stück Melancholie und viel Poesie. Der kleine Masao lebt bei seiner Großmutter in Tokio. Als die Sommerferien beginnen findet er sich komplett alleingelassen zurück, die Großmutter arbeitet täglich in einer Imbissbudenzeile. Durch Zufall entdeckt Masao die Postanschrift seiner Mutter, die, so sagt die Großmutter, vor Jahren einer Arbeitsstelle wegen wegzog, um überhaupt für den Unterhalt Masaos aufkommen zu können. Masao fasst den Entschluss eine Reise zu seiner Mutter anzutreten, um diese endlich kennenzulernen. Kaum eine Straßenecke später gerät Masao in Bedrängnis einiger Jugendlichen, ein befreundetes Ehepaar der Großmutter kommt zu Hilfe. Der schroffe Taugenichts Kikujiro (Takeshi Kitano) wird von seiner Frau schließlich angesetzt, Masao auf seine Reise zu begleiten. Kikujiro steuert mit dem Jungen erst einmal die Radrennbahn in Tokio an und verzockt innerhalb von zwei Tagen das gesamte Reisegeld, das ihm seine Frau für beide mitgab. Abgebrannt und reichlich frustriert starten beide in einen der wunderschönsten Roadmovies überhaupt, welcher sehr sensibel und speziell eine Vater/Sohn Bindung spinnt. Und alles in unheimlich schönen Bildern, die von Malereien Kitanos begleitet werden. Klarerweise steht die äußere Reise in Kikujiros Sommer eigentlich für eine innere, Masao und Kikujiro reifen aneinander und gewinnen am Ende etwas anderes als erwartet. Kikujiros Sommer ist manchmal sehr still, dann auch wieder total überspitzt, schräg und witzig. Die Filmmusik ist typisch japanisch, große Melodien, Zucker, Dramatik und Emotionen. Wenn der pummelige Masao zu Beginn des Films mit einem kleinen Rucksack, an dem kleine Engelsflügelchen hängen, durch die Straßen Tokios rennt, dann hat einem der Film auch schon. Takeshi Kitano braucht nicht viele Worte.
Masao: You see? Asking politely is easier.
Kikujiro: Shut up, smart-ass.
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Takeshi’s Castle war der Hammer, den scheiß würde ich mir heute noch anschauen
Aber mal ehrlich, wie kommst du auf solche Filme, noch nie von gehört
Takeshi Kitanos Filme sind bei uns gar nicht sooo unbekannt. Vorletzte Woche liefen zwei im TV-Programm. Aber für viele einfach noch ein Geheimtipp.
klingt toll!
Na ich hoffe. Schwer zu (be-) schreiben manchmal.
Urrrks, Takeshis Castle … Das fand ich schon zu Grundschulzeiten furchtbar, sprich in dem Alter, in dem jeder normale Mensch auf so einen Mist steht.
Dann kannst du ja nochmal in Nostalgie schwelgen, Wikipedia hat alle Disziplinen säuberlich aufgelistet
http://de.wikipedia.org/wiki/Takeshis_Castle
Ich glaube, das spar ich mir mal.
Ein toller Film. Kann ich nur zustimmen.
Takeshis Castle war doch wohl auch nur mehr eine Geld-Mach-Maschine, oder nicht??? Dass er wegen seiner Radio-Vorgeschichte nicht spricht, wußte ich noch gar nicht. Ist aber auch nicht weiter schlimm – die Filme funktionieren trotzdem. Kitano hat einfach die richtige Mimik für einen “stummen” Schauspieler
“Grundidee der Show war eine reale Umsetzung von Jump ’n’ Run-Computerspielen wie Super Mario.” (Wiki)
Klingt eigentlich witzig. Ob es jetzt grundsätzlich als Geld-Mach-Maschine angelegt war, oder einfach der Test für ein neues Sendeformat, weiß ich nicht. Dass es später viel Geld abgeworfen hat, ist klar. Ich würde tippen, Kitano hat es anfangs schon ernst gemeint.