Die Einstellung (Shot) ist die kleinste Einheit im Film und dauert genau von einem Schnitt zum nächsten. Ein durchschnittlicher Film besteht aus 500 bis 1000 Einstellungen, als Zuschauer bemerkt die einzelnen Versatzstücke kaum. Das Gehirn hat gelernt, einzelne Einstellungen miteinander zu verbinden und sinngemäß als fortlaufende Erzählung wahrzunehmen. Einen Film anzuschauen ist demnach dem Lesen eines Comics ähnlich, bei dem die Handlung im Grunde zwischen den Panels stattfindet und mit Fantasie aufgefüllt wird. Die Plansequenz ist nun eine einzelne Einstellung, die zeitlich auffällig lang gedehnt wird. Prominentestes Beispiel ist Alfred Hitchcocks The Rope von 1958, ein auf einem Theaterstück basierender Film, der bei einer Länge von 80 Minuten ganz ohne sichtbaren Schnitt auskommt. Eine einzelne Einstellung. Der ganze Ablauf muss hierbei natürlich ohne Unterbrechung und Fehler gelingen. Und somit hätten wir ein wesentliches Charakteristikum: Die Plansequenz schafft in einem Film viel Raum für Schauspiel und Timing, wie beim Theater, und ist eine echte Herausforderung. Deswegen wirken Plansequenz unheimlich faszinierend. Brian de Palmas Snake Eyes von 1998 ist vielleicht kein Meisterwerk, ist aber gesegnet mit einer grandiosen Plansequenz, dessen Decodierung ein zentrales Motiv des weiteren Films sein wird um ein Attentat aufzuklären. Eine sehr intelligenter Aufgriff und Kniff von Brian de Palma. Man störe sich nicht an der Sprache und genieße einmal die Plansequenz (Video 1 & 2). Und wie viele Schnitte habt ihr gezählt?
(Dank an samillankis für den Upload!)
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einer der geilsten filme, der konplett in plansequenzen gedreht wurde ist irreversibel.
Irreversibel sagt mir nichts, aber Wikipedia liest sich unheimlich gut. Zumal ich Memento grandios finde. Danke für den Tipp!
http://de.wikipedia.org/wiki/Irreversibel_%28Film%29
Autsch… Irreversibel ist ein böser Film. Zwar sehr gut technisch umgesetzt (Erinnerungen an “Memento” sind unvermeidlich), aber die Story ist bitter, bitterböse. Da ist mir die Kamera zu voyeuristisch. Weniger wäre bei dem Film in manchen Szenen mehr gewesen.
Plansequenzen sind toll anzuschauen. Am ehesten fällt mir immer noch “Death Sentence” mit Kevin Bacon ein, wo der Regisseur eine Verfolgungsjagd durch ein Parkhaus in einer ewig langen Plansequenz filmt. Oder in “Revenge of the Warrior”, wo Tony Jaa fünf Minuten lang in einer schönen Sequenz die Gegner durch ein Treppenhaus boxt.
Ein weiteres Beispiel fällt mir im Fernsehen ein: Die Serie “Mad About You” (Verrückt nach dir) mit Helen Hunt und Paul Reiser hatten mal eine Folge, in der die Kamera sich 20 Minuten lang nicht einmal bewegte. Beide Darsteller standen die ganze Zeit einfach nur vor einer Tür.
Schwierige Sache, so eine Plansequenz, aber schöner Artikel
Drei Beispiele, die ich allesamt nicht kenne. Grandios! Hätte auch noch Orson Welles mit “Touch of Evil” in petto. Usprünglich wollte ich noch mehr Videos mit Beispielen einbinden, aber wer schaut sich das alles an?