Louis de Princes, Brüder Lumière: Die ältesten Filme der Welt

13. Oktober 2009

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Roundhay Garden Scene (1888) von Louis de Princes gilt als ältester Film der Geschichte. Mit einer Länge von 2,1 Sekunden ist er wohl auch einer der kürzesten. Einher ging der Film mit der Konstruktion einer ersten Kamera mit nur einem Objektiv, die Louis de Princes selbst entwickelte. Der Film zeigt den Sohn des Kameramanns, sowie andere Personen, die lachend in einem Garten umhergehen. Neben den Brüdern Skladanowsky in Berlin waren es wenige Jahre später die Lumière Brüder, die 1895 vor zahlendem Publikum in Paris eigene Filme vorführten. Interessant ist vor allem der Film L’Arrivée d’un train à La Chiotat (1895). Er zeigt die Ankunft einer Eisenbahn und das geschäftige Treiben der Passagiere am Bahnhofsgleis. Schaut man genau hin, bemerkt man, dass manche der gezeigten Menschen kurz und versehentlich in die Kamera blicken, während der Großteil diese scheinbar gänzlich ignoriert. Filmhistoriker schließen daraus eines: Schon die ersten bewegten Bilder der Filmgeschichte waren inszeniert.


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donpozuelo Oktober 13, 2009 um 19:35

Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass die Leute damals sogar Angst vor dem nahenden Zug gehabt haben sollen. Heute gähnen wir da doch nur noch müde.

Zum Thema Inszeniert: Das kann ich mir schon gut vorstellen. Muss damals auch sehr merkwürdig ausgesehen haben, wenn da plötzlich irgendwo ein Kamera-Team stand. Also lässt man die Leute vielleicht erst mal gucken und sagt ihnen dann, dass sie ab jetzt nicht mehr gucken sollen. Ist auch heute noch schwierig für viele, natürlich vor der Kamera zu sein.

Aber witzige sind einige der verstohlenen Blicke in die Kamera schon…

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elbenno Oktober 14, 2009 um 17:55

Dass die Zuschauer damals Angst vor dem Zug hatten, er könne echt auf sie zufahren, habe ich auch schon gehört. Und die Perspektive ist ja immerhin seitlich. Toller Effekt, ganz ohne 3D Brille!

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kobi Oktober 13, 2009 um 20:19

auf jeden fall war die einfahrt des zuges etwas planbares (ich schätze mal, auch damals gab es schon so etwas wie einen fahrplan) und somit ein toller “special effect”.
habe mal gehört, daß die menschen kurz nach der einführung von eisenbahnen gar nicht klar kamen mit der geschwindigkeit (damals etwa 10-20 km/h), da man bis dahin höchstens an kutschen gewöhnt war oder eben laufen.
für die zugführer gab es extra anleitungen und tricks wie sie sich zu verhalten hatten, damit ihnen nicht schlecht wurde (z.b. auf ein bestimmtes, entfernteres ziel schauen).
für uns heute lustig, da unser auge von geburt an trainiert ist.

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Dr. Borstel Oktober 13, 2009 um 20:43

Ich vermute, damals haben sich sogar die Züge in der Regel nach dem Fahrplan gerichtet. ;-)

Habe aber schon ähnliches gelesen, zum Beispiel sollen manche Menschen etwa Angst davor gehabt haben, dass bei den “enormen” Geschwindigkeiten der Züge ihre inneren Organe Schäden davontrugen. Was zeigt, dass tatsächlich nur wenige Menschen mit dem technischen Fortschritt der gesamten Menschheit Schritt halten können. Ist ja heute nicht anders, wenn man sich zum Beispiel die Meinungen vieler vor allem älterer Menschen zum Thema Internet anschaut – nur dass sich diese Fortschrittsfeindlichkeit heute eben anders äußert.

Ähm ja, zurück zum Thema: Ziemlich interessant, so was. Für mich ziemlich schwer vorzustellen, dass die FIlmtechnik schon vor über einem Jahrhundert auf diesem Standard war …

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elbenno Oktober 14, 2009 um 17:58

Hängt nicht ganz mit dem Thema zusammen, aber Asiaten leben ja bis heute unter “Motion Sickness” – einer der Gründe, warum es dort beispielsweise keine Ego-Shooter gibt.

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dieTauschlade Oktober 13, 2009 um 21:39

…und sehr schöne musik die den eisenbahnfilm untermalt!
:)

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elbenno Oktober 14, 2009 um 18:00

Gefällt mir auch sehr gut. Ist ein französisches Streicherquartett, gegründet 1997 – also über 100 Jahre später. ;-)

http://en.wikipedia.org/wiki/Prima_vista_quartet

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C.H. Oktober 13, 2009 um 21:52

Coole Idee für einen Post!

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elbenno Oktober 14, 2009 um 18:01

Not macht erfinderisch quasi. ;-)

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stiller Oktober 13, 2009 um 22:51

Sehr schön mal diese ersten bewegten Bilder zu sehen, aus dem, auch schön für unsere Generation, vorletzten Jahrhundert. Danke! :)

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elbenno Oktober 14, 2009 um 18:02

Bitte Stiller. Ja Wahnsinn. Als Kind dachte ich immer im Jahre 2000 würden schon überall Raumschiffe rumfliegen und so. ;-)

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Spanksen Oktober 14, 2009 um 08:26

Sehr interessant. Würde mich mal interessieren was die für Ihre Statistenrolle damals bekommen haben ;-)

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elbenno Oktober 14, 2009 um 18:05

Da bin ich überfragt, ich habe nur zum 2,1 Sekunden Film den offiziellen Trailer gefunden. Überraschenderweise geht er 42 Sekunden!! ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=ZnDiD5FIMwM

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quadratmeter Oktober 14, 2009 um 22:34

Haha, der Trailer ist klasse! :D

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