Star Wars: The Clone Wars

2. November 2009

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Was hat Obi Wan Kenobi nur angerichtet, als er 1977 in einem Nebensatz beiläufig erwähnte, dass er und Lukes Vater treu in den Klonkriegen gedient haben?

Mit der neuen Star Wars Trilogie hat George Lucas das (Vor-) Kapitel inklusive den Klonkriegen eröffnet. Und mal ehrlich: So haben wir uns das 20 Jahre lang nicht vorgestellt. Riesige CGI-Stormtrooper Armeen treffen auf allerlei Droidengedöns. Mitten im Getümmel springen Jedis und Siths umeinander, selbst Joda ist nur noch ein Schatten seiner selbst: Damals noch eine verschrobene Muppetfigur, heute eine digitalisierte Witzfigur, welche den größten aller Sithmeister nicht einmal erkennt, wenn er vor ihm steht. Trotz der verräterischen Tränensäcke. Hüpfen die neuen Filme eher sporadisch wichtige Eckpunkte des Biografie Darth Vaders ab, bleibt zwischen den Filmen viel Raum für weiteres Ausschröpfen des Star Wars Universums: eine Zeichentrickserie, ein Animationsfilm mit Folgeserie und zigtausend Videospiele und Romane. Hat man das neue Star Wars erst einmal verdaut und zu aktzeptieren gelernt, dann sieht die Saga auf den zweiten Blick nicht allzu verkorkst aus. Klar, die Zielgruppe ist eine neue. Alte Hasen fühlen sich vielleicht ein paar ehrwürdiger Erinnerungen entwürdigt (Darth Vader ist ebenfalls der Vater von C3Po!), aber an sich… Naja, gut. The Clone Wars ist okay. Wirklich. Der Animationsfilm hat zum Kinostart zwar unheimlich viel Kritik einstecken müssen, dafür ist er als Vertreter einer neuen Star Wars Generation erfrischend homogen aufgestellt. Man hat nicht mehr das Gefühl zwischen zwei Darstellungsformen zerrieben zu werden, sprich: Keine lustlosen Realdarsteller mehr, die mit teilweise peinlichen Computeranimationen quasi ins Leere interagieren. Visueller Stil aus einem Guss. Auch wenn der Film überraschenderweise nicht auf dem Stand der Technik ist, die Animationen erreichen nicht einmal Toy Story 1 Niveau, fühlt sich der Film ästhetisch sicher an: Chices Grafikgeballere für Kinder und Jugendliche. Und Junggebliebene. Da die Story relativ beschaulich ist, bleibt The Clone Wars in Sachen Dramatik hinter einem Episode III Revenge of the Sith zurück, reiht sich aber ebenbürtig in die ersten beiden neuen Star Wars Filme ein. Bei aller Nostalgie, bereits nach The Empire strikes back von 1980 ging es mit Star Wars leicht bergab. Im Grunde haben nur Harrison Ford und George Lucas das Star Wars Spektakel überlebt. Hätte David Lynch damals das Angebot als Regisseur für The Return of the Jedi angenommen, würde die Welt heute in vielerlei  Hinsicht vielleicht anders aussehen. Lynch sagt bis heute, dass Star Wars eben die Welt von George Lucas sei. Nicht die seinige. Und aus diesem Blickwinkel betrachtet, mit all den Tiefen und Patzern, die man bis heute miterlebt hat (Indiana Jones 4), sollte man sich vielleicht eines fragen: Sind die neuen Filme wirklich so schlecht, oder waren die alten Filme einfach so gut, Ausnahmefilme, deren Magie man so nie wieder reproduzieren wird?

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{ 16 comments… read them below or add one }

kasumi November 2, 2009 um 16:30

ich kann mich einfach nicht von meinen vorurteilen gegen diesen animationsstiel lösen =/ das macht mich ganz kirre!

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elbenno November 2, 2009 um 17:13

Wobei der Stil ja sehr den Filmen entspricht. Nur ohne Menschen. Kommt halt alles aus einem Rechner. ;-)

Aber gegen einen richtigen Animationsfilm kann Clone Wars komplett abstinken, klar.

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Spanksen November 2, 2009 um 16:56

Es fehlt eindeutig das Herz der damaligen Teile, die neuen Sachen sind digital dahingeschissener Rotz ohne Liebe

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elbenno November 2, 2009 um 17:19

Star Wars ist sooo groß heute, und hängt mit so viel Geld zusammen – Kreativität, Liebe und Pioniergeist wie in den 70ern sollte man nicht mehr von Star Wars erwarten. “Dahingeschissener Rotz”, mhm, ich weiß nicht…

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Spanksen November 2, 2009 um 20:36

Mensch, sorry für meine Ausdrucksweise, ich hatte heute einen schlechten Tag ;-)

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elbenno November 3, 2009 um 19:08

Quatsch, Spanks! ;-) Inhaltlich: Leider ist es ja eben nicht dahingeschissen, sondern eine der größten Filmproduktionen der letzten Jahre.

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stiller November 2, 2009 um 20:38

“Kreativität, Liebe und Pioniergeist wie in den 70ern sollte man nicht mehr von Star Wars erwarten.”

Weiß ich gar nicht. Wenn ich an den letzten Indiana Jones-Film denke, dann war dieser doch mit nem gewissen klassischen Charme ausgestattet, der dem 21st century Star Wars-Kosmos fehlt. Auch wenn es sicher leichter war Indy diesen Charme zu geben als einer Sci-Fi-Saga.

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elbenno November 3, 2009 um 19:09

Ich glaube es liegt an den Originaldarstellern aus den alten Indy Filmen. Mark Hamill und Harrison Ford hätte ich auch lieber gesehen, als die… wie sie auch alle heißen. ;-)

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Dr. Borstel November 2, 2009 um 18:51

Naja, du kennst meine Meinung zu The Clone Wars. So lieblos die neue Trilogie auch gestaltet sein mag, ich habe dahinter immer noch den Geist der alten Trilogie gespürt, wenn man so möchte; davon abgesehen davon war die Story der alten Trilogie einfach lange nicht so gut, wie sie heute gemacht wird. “Krieg der Sterne” ist doch praktisch aus ‘nem Märchenbuch abgeschrieben worden, und in den weiteren Filmen tut sich da auch nicht mehr so viel – so toll das Flair der Filme auch sein mag, bei den glatt gebügelten Neuen stimmt wenigstens die Story halbwegs. Aaaaaber ich wollte mich da ja gar nicht hineinsteigern, sondern nur feststellen, dass bei The Clone Wars eben nichts von beiden stimmt, geschweige denn sonst irgendwas, außer eben der Optik. Allein diese sprechenden Kampfdroiden bringen mich so auf die Palme …

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elbenno November 2, 2009 um 18:58

Die sprechenden Kampfdroiden fand ich komischerweise in den richtigen (neuen) Filmen total nervig. Hier passen sie, weil Clone Wars eben komplett auf diesem “kindlichen” Niveau stattfindet. Und eben diese Geradlinigkeit halte ich dem Film zugute. Auch wenn man sich als erwachsener Fan komplett verabschieden kann.

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tumulder November 2, 2009 um 18:51

Lynch hatte ein Angebot für Return of the Jedi? Man lernt wirklich nie aus. Ich stelle mir gerade das Ergebnis unter Einbeziehung des Elefantenmenschen und Dunes vor. Ich glaube Lucas hätte Lynch schon am ersten Drehtag erschossen.^^

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elbenno November 2, 2009 um 19:05

Es gibt bei YouTube einen längeren Vortrag von David Lynch, dort erzählt er unter anderem auch kurz von Return of the Jedi. Muss aber selber schmunzeln über die Vorstellung.

http://www.youtube.com/watch?v=V8TFcLgu5Ow

Ich denke vor allem wegen Dune kam das Angebot. Und ich muss sagen, Irvan Kershner hat dem Empire strikes back nicht geschadet. Vielleicht wären die neuen Filme auch besser, mit anderen Regisseuren anstelle von George Lucas. ;-)

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fernseherin November 2, 2009 um 21:01

Cool, das wusste ich auch nicht, dass David Lynch als Regisseur im Gespräch war. Ich habe mich bis heute noch nicht mal überwinden können, den dritten Teil der “Prequels” zu sehen. Du hast im Podcast ganz gut erklärt, wieso die neuen nicht mehr dasselbe Gefühl vermitteln. Geht mir genauso.

(Oje, kurzer Blick in die Kommentare des Lynch-Videos): Geht es da etwa wieder um seine geliebte transzendentale Meditation? Das nervt langsam.)

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elbenno November 3, 2009 um 19:10

Danke, da war ich vermutlich schon angetüdelt. ;-)

Genau, es geht um seine Meditation. Aber ich glaube, er nervt ja nicht aktiv damit. Oder?

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tumulder November 2, 2009 um 19:26

Nicht ganz unberechtigt wird The Empire strikes back von vielen ja auch als bester Teil gehandelt.;)

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elbenno November 3, 2009 um 19:11

Ja! Und wer etwas anderes behauptet, hat einfach nicht recht! ;-)

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