Ihm verdanken wir eine ganze Generation an Kevins. Letztes Jahr verstarb der erfolgreiche Hollwood Drehbuchschreiber, Produzent und Regisseur John Hughes. Die Astronautenbar hat drei großartige Frühwerke gesehen:
Die Welt, die John Hughes in seinen Filmen zeichnet, ist das perfekte Coming of Age-Universum. Kein anderer Filmemacher erzählt so glaubhaft aus der Perspektive Heranwachsender. Diese Welt funktioniert immer ähnlich: Die Eltern ignorieren ihre Kinder oder haben unerfüllbare Erwartungen an diese, der ältere Bruder ist ein sadistisches Arschloch, die ältere Schwester eine arrogante Schnepfe. Kleine Geschwister nerven, ebenso wie die peinliche Verwandschaft. Das Leben besteht aus Partys, diese sind ein letzter Ausdruck von Identität und Rebellion. Der süße Typ aus der Schule hat eine Freundin und bleibt vorerst unerreichbar, unter den Jugendlichen kämpft man um Anerkennung und Zugehörigkeit.
Filmfans, die mit den amerikanischen 80er Jahren und Teenagerfilmen zurecht kommen, sollten in diese Filme ruhig mal einen Blick werfen:
Sixteen Candles (1984) war der Debutfilm von John Hughes. Samanthas (Molly Ringwald) Geburtstag steht nicht nur im Schatten der Hochzeit ihrer Schwester, sondern wird von der Familie gleich komplett vergessen. In der Schule ist der süße Jake (Michael Schoeffling), der eigentlich eine Freundin hat. Durch ein abgefangenen Brief erfährt er, dass Samanta in ihn verknallt ist. Und eigentlich findet er Samantha auch viel besser als seine Freundin. Durch viele Missgeschicke kommt die neue Verbindung auf einem Schulball und einer Party nicht zustande. Dafür ist der widerliche Nerd Ted (Anthony Michael Hall) hinter Samantha her.
Einfache Handlung, dafür wahnsinnig liebevoll und detailiert ausgearbeitet. Sixteen Candles ist eine großartige Highschool-Komödie, die auch heute noch absolut witzig und sehenswert ist. Schon alleine wegen all der irrwitzigen Chartakere (die Nerds!!), welche die Highschool bevölkern, und einem ganz jungen John Cusack, der in einer Nebenrolle spielt.
The Breakfast Club (1985) folgte ein Jahr später und hat im Gegensatz zu Sixteen Candles fast schon dramatische Elemente. Fünf Jugendliche, so unterschiedlich wie sie nur sein können, verbringen einen gemeinsamen Tag im Samstagsarrest ihrer Schule. Es gibt den rebellischen Rocker, den sportlichen Ringer, das schnuckelige Mädchen, das durchgeknallte Mädchen und den Nerd. Aus dem Nachsitzen wird eine kleine Rebellion, ein sich Auflehnen gegen die Gewalt der Erwachsenen und am Ende des Films viel Selbsterkenntnis und Zusammenhalt unter den Jugendlichen. Wirklich erschreckend sitzt ein David Bowie Zitat zu Beginn des Films, welches im Zuge des Films den (Un-) Sinn von autoritärer Erziehung aufweist.
Großartiger Teenager-Film mit viel Substanz und großartiger Musik. Die Simple Minds hatten hier mit Don’t You (Forget About Me) einen Hit gelandet. Außerdem schön: Der junge Emilio Estevez und ein fabelhafter Judd Nelson.
Weird Science (1985) erschien noch im selben Jahr wie The Breakfast Club. Die beiden Nerds und Loser Gary (Anthony Michael Hall) und Wyatt (Ilan Mitchell-Smith) entwerfen in Analogie zu Frankenstein auf ihrem Computer die Superfrau ihrer feuchten Träume: Lisa (Kelly LeBrock). Durch viel Cyberspace-Hexerei und elektronischen Schnickschnack wird Lisa zum Leben erweckt und wandelt in Fleisch und Blut durchs Kinderzimmer. Über Lisa gelangen Gary und Wyatt zu Ansehen bei den Mitschülern, auf einer Party können sie letztendlich Heldenmut beweisen um anschließend zwei reale Supergirls abzuschleppen.
Der Story muss man etwas entgegenkommen, der Film ist gealtert. Interessant sind aber trotzdem seine sexuellen (Macht-) Fantasien männlicher Teenager, das haben die neuen Transformers Filme also nicht erfunden. Der junge Robert Downey junior spielt in einer Nebenrolle.
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Breakfast Club ist wirklich immer noch toll und ganz klar einer der wichtigsten High School Filme, der mit High School Filmen so vollgestopften 80er. Weird Science dagegen unverschämt und gewollt trashig, jedenfalls in meiner Erinnerung. Ganz großes Kino und für mich der Inbegriff des perfekten Coming of Age Films seiner Dekade ist für aber immer noch Hughes Ferris Bueller’s Day Off. Ich habe letztens noch die letzte halbe Stunde im Fernsehen mitbekommen. Großartig, wirklich großartig.
Ferris ist natürlich der Klassiker und auch hier relativ bekannt. Mich hat erstaunt, dass man Breakfast Club und Sixteen Candles heute noch gut sehen kann. Und das ist eigentlich untertrieben. Die Filme sind super!
Ja, mit Weird Science verhält es sich anderes.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass vor den 90-ern bei mir eine relativ lückenhafte Kenntnis der Filmindustrie liegt (Nun, war ja auch mehr oder weniger lang vor meiner Geburt). Daher kenne ich leider noch keinen dieser Highschool Filme, werde mich aber in TV-Tipps und Videothek mal umschauen, hört sich nämlich ganz interessant an.
Sixteen Candles und Breakfast Club sind empfehlenswert! Wenn man das Genre mag. Weird Science kann man nach vernachlässigen, finde ich.
Die drei Filme kenn ich nur vom Hören-Sagen.
Von Hughes selbst kenn ich leider nur “Ferris Bueller’s Day Off” und “Curly Sue”
Die drei Filmchen werde ich mir aber mal vormerken
“Curly Sue – Ein Lockenkopf sorgt für Wirbel” < < was für ein fantastischer Untertitel!