TIM BURTON komplett – TEIL 2

1. Februar 2010

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Disney ließ ihn per Stipendium Trickfilmkunst studieren, danach arbeitete er für ihre Studios an Filmen wie Cap und Capper, sowie Taran und der Zauberkessel. Mitte der 80er emanzipierte sich Tim Burton von Disney und ging als Regisseur und Autor eigene Wege. Die Astronautenbar über die  schräg-düstere Filmografie Tim Burtons:

Edward Scissorhands (1990)

Der Plot: Ein der Zivilisation entfremdeter und mit Scherenhänden entstellter Jüngling wird in das Vorstadtleben eingeführt und muss letztendlich als Attraktion, später als vermeintlicher Sündenbock an der Gemeinschaft zerbrechen.

Die Highlights: Der Film ist ungeheuer kontrastiv – zwischen grellen Pastellfarben spielt ein noch relativ unbekannter Johnny Depp als düsteres und ledernes Scherenmonster. Und er spielt wirklich gut. Die Märchengeschichte ist Poesie, und so etwas wie die erwachsene SM-Version von Disneys Ugly Duckling. Alles was Edward berührt, wird blutig geschnitten. Sehr grausam. Love hurts. Lediglich als Friseur kommt Edward klar, als purer Dienstleister erlebt er Erfüllung, Anerkennung und Bestimmung.  Wahre Liebe und sämtliche Körperlichkeit bleibt ihm versagt. Die Analogie zu Christus zum Ende des Films wird an dieser Stelle ausgespart.

Herzfrequenz: Eigentlich ist der Film über jeden Zweifel erhaben, mit einer Anmerkung: Neben einem herausragenden Johnny Depp tröpfelt ödes Mittelmaß, kaum ein nennenswerter Charakter, alle Figuren sind unheimlich klischeehaft. Besonders schade für Wynona Ryder, die durch eine x-beliebige Hollywoodblondine herrlich austauschbar gewesen wäre.

Batman Returns (1992)

Der Plot: Ein korrupter Millionär treibt böse Machenschaften in Gotham City und benutzt einen ausgestoßenen Pinguinmenschen als Marionette im Bürgermeisteramt. Die verprellte Sekretärin des Moguls frönt derweil als schizophrenes Katzenwesen ihrem Rachefeldzug.

Die Higlights: Mittlerweile hatte Burton unter Warner seine eigene Produktionsfirma. Und Batman Returns ist so etwas wie ein Befreiungsschlag, der zwar teilweise nach hinten losgeht, aber größtenteils einen ungezügelten Burton zeigt. Er lässt sich gehen. Überall Kulisse, Kostüme und herrlich alberne Requisiten. Hier wird wenig auf Charaktere, Motive und Entwicklung gegeben. Batman, Pinguin und Catwoman benötigen als Ikonen keine Exposition. Sie sind zeitlos. Es geht um futuristische Ästhetik und ein frivoles Ausleben von Trashkult. Burtons Verneigung an den B-Movie Studiofilm, fast schon zu ordentlich besetzt. Mit der Figur des Max Shreck gibt es auch eine schöne Referenz an die bedeutenste “Fledermaus” der Filmgeschichte.

Herzfrequenz: Batman Returns wäre ohne den ersten Batman Film undenkbar und ist ein prima Beispiel dafür, wie ein Sequel als Sammelsurium von Referenzen funktionieren kann, ohne auch nur ein Bruchstück des Universums weiterzuentwickeln. Trotzdem macht die Aufkleberwelt durchaus Spaß und ist wie ein Wochenende zuhause – etwas Frischluft wäre nicht schlecht, manchmal muss das aber auch so sein!

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quadratmeter Februar 1, 2010 um 22:29

Edward Scissorhands fand ich damals ungeheuer gut, lediglich Wynona hätte ich schon da nicht haben müssen. Leider haben der Film und ich uns dann im Laufe der Jahre entliebt, ich weiss auch nicht so recht wieso.

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elbenno Februar 2, 2010 um 17:56

“entliebt” < < gibt es das? ;-)

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stiller Februar 2, 2010 um 21:59

Das heißt jetzt auseinander gelebt. ;)
Aber ich mag den Film. Auch die Farbwelten, dieses düstere, schwarz-weiße auf der einen Seite und dann diese pastelltönige Vorstadt.

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elbenno Februar 4, 2010 um 17:22

Stiller, ich hoffe wir zwei werden uns nie entlieben!! ;-)

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stiller Februar 4, 2010 um 21:14

Nie. Ich trage schon eine goldene Kette mit deinem Namen um meinen Hals. So wie mein ehemaliger Nachbar: http://moderntalking.hobby.ru/photo/tanb1.jpg

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DosCorazones Februar 1, 2010 um 22:39

“Edward Scissorhands” – ein Traum. Da lebt Burton seinen krassen Stil ungeniert aus und es passt halt wunderbar in die Geschichte. Dass neben Edward kein nennenswerter Charakter dargestellt wird, sehe ich aber (außer im Falle von Wynona Ryders Rolle) nicht negativ. Dadurch wird der Außenseiter doch nur noch weiter ausgegrenzt.

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elbenno Februar 2, 2010 um 17:55

Man ist halt verwöhnt durch Blue Velvet und Desperate Housewives, welche die Vorstadt wesentlich interessanter inszenieren. Bei Edward mit den Scherenhänden ist alles offensichtlich, alle Figuren agieren irgendwie absehbar und sind auch nicht so toll besetzt. Deswegen berührt mich der Film im Finale auch weit weniger, sind eigentlich nur viele, kleine Szenen von Johnny Depp.

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donpozuelo Februar 2, 2010 um 18:43

“Edward” – herrlicher Film. Einfach wunderbar.

Und die Tim Burton “Batman”-Filme sind auch einfach großartig. Immerhin ist er bis jetzt der einzige, der es geschafft hat, “Catwoman” vernünftig in Szene zu setzen :)

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elbenno Februar 4, 2010 um 17:23

Wieso, der Halle Barry Film wurde doch auch ausgezeichnet! ;-)

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Frau Hölle Februar 3, 2010 um 14:11

Ich hab “Edward” noch nie gesehen … hm … sollte ich vielleicht mal tun …

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elbenno Februar 4, 2010 um 17:24

Das mit dem S/M habe ich nur für dich reingeschrieben!! ;-)

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fernseherin Februar 3, 2010 um 19:41

Eigentlich müsste ich Tim Burton lieben, weil er Dinge macht, die mir sehr liegen. Aber ich finde auch, dass hinter der tollen Ästhetik der Plot und die Figuren irgendwie nichtssagend bleiben. Die “Nightmare before Christmas” fand ich, glaube ich, noch am schönsten.
Johnny Depp ist für mich als Schauspieler auch eher nichtssagend. Tja.
Trotzdem sind beide interessant, weil sie machen, was sie machen. :)

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elbenno Februar 4, 2010 um 17:26

Ich gebe dir mit Tim Burton fast zu 100% recht, versuche auch eher die positiven Aspekte seiner Filme hervorzuheben!! Ed Wood liebe ich aber heiß und innig, und finde ihn auch sehr gehaltvoll. Und er macht einfach schönes Eye-Candy Zeugs.

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fernseherin Februar 4, 2010 um 18:53

Das war auch Tim Burton? Den Film habe ich vor kurzem noch mal gesehen, zumindest die Hälfte. Martin Landau war wirklich sehr gut als alternde Hollywoodlegende (mir fällt gerade der Name des Draculadarstellers nicht ein, boah!). Ich wusste auch gar nicht mehr, dass Patricia Arquette da mitspielt, das ist immer ein Plus.

Eye Candy, ja. Da fällt mir ein, dass ich unbedingt noch Avatar sehen wollte … aber 3D oder nicht 3D, das ist die Frage. Mir wird so schnell schwindlig. Geh doch mal rein und schreibe einen Testbericht, damit ich weiß, ob ich eine Tüte mitnehmen soll. ;)

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elbenno Februar 4, 2010 um 19:01

= Bela Lugosi !! Sehr großartig!

Puuuh…. Auf Avatar habe ich mittlerweile überhaupt keine Lust. Auch wenn er in 4D wäre. ;-)

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fernseherin Februar 7, 2010 um 17:56

Bela Lugosi … ogott, wie peinlich! Ich merke, dass das Gedächtnis doch langsam nachlässt. Muss mich mal wieder ein bisschen mehr mit solchen Sachen beschäftigen. ;)

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