Modern Warfare: Benno spielt Krieg!!

19. März 2010

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Krieg, Krieg, Krieg!!! Super. Gleich im Tutorial werde ich angeschrien. Willkommen beim Militär! Ich muss einen Parkour in Höchstgeschwindigkeit durchlaufen, jede Menge Pappkameraden liquidieren und durch eine virtuelle Sperrholzanlage hechten. Im Hintergrund beobachtet Modern Warfare mein Tempo und die Treffsicherheit, um mir im Anschluss einen Schwierigkeitsgrad für das eigentliche Spektakel vorzuschlagen. Ich bin unheimlich schlecht, trotz mehrfachen Probierens wird mir immer Easy angeboten. Modern Kränkung. Ich setze alles auf eine Karte, volle Konzentration, voller Einsatz, mit Ach und Krach schaffe ich im Tutorial ein Medium und starte völlig befriedigt das Spiel. Ein letztendlich (für mich) schweres Spiel.

In Modern Warfare komme ich mir vor wie Woody Allen in Die letzte Nacht des Boris Gruschenko. In bester Laurel & Hardy Manier stolper ich fast tölpelhaft von A nach B, und gewinne dabei versehentlich den Krieg! Modern Warfare nimmt sich dabei ernst, ich nehme Modern Warfare nicht ernst. Großartig sind die wenigen Schleichmissionen, reduktives Gameplay, Spannung, weniger ist mehr! Nach gut 6 Stunden bin ich durch. Die Story bzw. ihre Versatzstücke sind voller dümmlicher Klischees, ich habe nicht mitgelesen, nichts kapiert, nur Befehle ausgeführt. Im Gedächtnis blieb mir ein einziger Charakter – Captain Price! Warum? Er hatte einen Schnauzbart!

Ich habe den Arcade Mode freigeschaltet, welcher in der deutschen Version fehlt. Dank der USK. Hier spiele ich exakt dasselbe Spiel erneut, jedoch erhalte ich Punkte für jeden erlegten Gegner. Herrlich albern. Wie beim Dart gibt es davon mehr, je besser ich ins Schwarze treffe. Highscore wins! Aber ich verstehe diese Beschneidung nicht recht: Es war moralisch okay,  einen virtuellen und aufwendig inszenierten Krieg zu spielen und tausende Menschen zu töten. Nicht okay ist es hingegen, wenn Modern Warfare dieses Spielprinzip offenlegt und somit zeigt, dass Modern Warfare eben nicht Krieg, sondern Spiel ist.

Im Online-Modus bin ich mittlerweile auch etwas unterwegs. Per Headset sprechen vermutlich 13jährige in fremden und undeutlichen Sprachen (Mit etwas Fantasie kann man sie sich auch als Frauenstimmen denken!). Auch hier diene ich eher als wandelnde Zielscheibe für andere, anstatt den Weg der gefürchteten Serverlegende zu bestreiten. Cheaten sowieso alle. Ach ja. Modern Warfare und all der Hype. Ein gutes Spiel. Ja. Trotzdem nichts, was man so wirklich lieb gewinnen könnte. Ist eben Krieg.

Die Astronautenbar schießt 2 von 3 kleinen Liebessatelliten in den Orbit!

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