Darksiders

13. Juni 2010

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Auf der deutschen Plastikhülle von Darksiders klebt ein kreisrunder Sticker, GamePro steht drauf und 92%. Mir ist bislang schleierhaft, wie man in einer mathematischen Größe so etwas wie Spielspaß oder individuellen Geschmack ausdrücken kann. Auch Technik ist ja letztendlich nicht alles. Das beweisen zig alte Klassiker, die heute immer noch Freude bereiten und dabei nicht unbedingt mehr gut aussehen. Bei Darksiders scheinen mir 92% auch unheimlich nichtssagend. Das Spiel ist so etwas wie ein strahlender Zweitplatzierter. Solide, aber kein absoluter Gewinnertyp. Als das Spiel vor einigen Jahren angekündigt wurde, sollte es ein Open-World-Spiel werden, ähnlich wie Grand Theft Auto, nur eben mit einem Fantasy-Endzeitszenario. Als es dann Anfang 2010 kam, war es plötzlich ein klassisches und stringentes 3D-Action Adventure. Man vermöbelt immer wieder Gegnergruppen oder (teilweise großartige!) Bossmonster, mit 1:1 identischer God of War-Steuerung. Und dann hat man immer Raum- und Schalterrätsel zu lösen, um sich stetig durch Dungeons, zerfallene Hochhäuser oder schwarze Türme vorzuarbeiten. Ganz cool sind dabei die ganzen Gadgets, die der Protagonist verwendern darf – das reicht vom vierzackigen Klingenbumerang (Zelda) bis hin zur Portalkanone (Portal).

Ach! Kurz zur Story: Die Apocalypse ist da, auf der Erde tobt ein Krieg zwischen den Herscharen des Himmels und der Hölle. Als War, ja so heißt er, einer der vier apokalyptischen Reiter, soll man so etwas wie das Jüngste Gericht auf Erden bringen. Ist halt sein Job. Dummerweise wurde jedoch das Siegel der Endzeit missbräuchlicherweise geöffnet, War fühlt sich betrogen und wird zudem von einem bösen Dämon erpresst, während Abtrünnige des Himmels die absolute Macht des obersten Konzils an sich reißen wollen. Hä? Ja. Irgendwie so etwas. Ehrlich: Die Handlung versucht sehr cool und tief daherzukommen, ist aber nicht besonders fesselnd oder geistreich. Außer man ist vielleicht 13 Jahre jung. Da die Rätsel gegen Ende des Spiels auch ziemlich knackig werden, und man aus Frust und Verzweiflung zur Komplettlösung neigt (Grüße an Spieletipps.de!), wird Darksiders irgendwann ein Akt der Arbeit. Außer man liebt eben diese Art von klassischer 3D-Action mit Puzzleanleihen. Aber hey, 2010 wirkt Darksiders bereits etwas anachronistisch. Wir wollen Flow! Aber vielleicht sollte man noch einmal auf die Entwicklung verweisen: Darksiders sollte eine gewaltige Sandbox werden! Sowohl Reit- als auch Flugtier lassen sich noch im Spiel finden. Vielleicht waren die Pläne zu groß, das Geld zu knapp, und die Entwickler sind auf eine bewährte Spielmechanik zurückgefallen. Darksiders fehlt dabei ein wenig Seele und ein Alleinstellungsmerkmal. Ein Mix aus großartigen Spielelementen und Vorbildern, welche jedoch nie mehr sind, als die Summe ihrer Teile.

Darksiders ist kein Hit, aber ein Tipp. Der Comicstyle ist nett, die Spielfigur sieht klasse aus und kann recht cool mit der Spielwelt interagieren. Und wenn man gut aufpasst, dann hört man auch Mark Hamill als Synchronsprecher des fiesen Sidekicks. 92% sind ein wenig nichtssagend. Individuelles Nachrechnen lohnt sich.

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donpozuelo Juni 16, 2010 um 12:20

Ich hab’s mal angespielt. Habe aber dann doch schnell die Lust daran verloren – vor allem, als sich nach langem Warten endlich “Red Dead Redemption” in meine PS3 geschlichen hatte ;)

Aber ich werde “Darksiders” nach meinem Western-Ausflug noch mal eine Chance geben.

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Anne Juni 25, 2010 um 11:57

Das Spiel ist Schrott. Ich frage mich, für was die 92% stehen. Wohl für auf einer Skala für schlechte Spiele. Da ist es bei diesem Wert auch genau richtig angesiedelt. Einzig und allein Mark bildet ein Highlight. Na, immerhin, rechtfertigt aber noch lange nicht den Kauf!

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